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Alles Wissenswerte zum eCommerce-Fulfillment

Autor: Christoph

Egal ob du neu im eCommerce bist oder schon länger dabei – am Thema Fulfillment kommst du nicht vorbei. In diesem Beitrag habe ich für dich alle wichtigen Infos rund um Fulfillment, eFulfillment und eCommerce zusammengefasst. Außerdem erkläre ich dir, wie du den richtigen Fulfillment-Dienstleister für dein Business findest.

Die perfekte Symbiose: eCommerce & Fulfillment

Bevor ich dir die verschiedenen Vor- und Nachteile zeige, müssen wir vorab eine wichtige Frage klären: Was ist überhaupt eCommerce Fulfillment?

Fulfillment (dt. Erfüllung) bezeichnet die Auslagerung jener Prozesse, die unmittelbar mit der Leistungserbringung des Verkäufers verbunden sind. Anders gesagt, Fulfillment erfasst jene Bereiche, die sich an den Kauf eines Produkts durch den Kunden anschließen.

Dazu zählen vor allem diese Bereiche:

  • Logistik, Lagerung und Transport
  • Bestellannahme
  • Rechnungsstellung und Mahnwesen
  • Kundenservice
  • Retouren-Management

Im Fulfillment geht es um die Teile eines Geschäfts, die mit hohem Zeit-, Geld- und Personalaufwand verbunden sind. Das macht sich vor allem im Online-Handel bemerkbar.

Intelligente Software unterstützt das eCommerce FulfillmentIm Bereich des eCommerce-Fulfillment hat sich in den letzten Jahrzehnten ein großer Markt mit zahlreichen Dienstleistern entwickelt. Mit dabei sind große Logistik-Unternehmen wie DHL oder GLS, aber auch neue Unternehmen wie Sendcloud, Byrd oder YouSellWeSend haben sich längst etabliert.

Wie du herausfindest, welcher Dienstleister für dich passt, erkläre ich dir unten. Wichtig: Es gibt nicht das Fulfillment, die Lösungen sind hier mindestens so zahlreich wie die alltäglichen Probleme im Online-Handel: Soll es nur um Versand- und Retourenmanagement gehen? Willst du deine ganze Logistik auslagern? Oder gar gleich auf Dropshipping umsatteln?

All das und noch viel mehr ermöglichen die Fulfillment-Dienstleister…

Vor- und Nachteile des eCommerce-Fulfillment

Doch hat das Ganze auch einen Haken? Kurz und knapp: Ja. Die Vor- und Nachteile halten sich aber die Waage. Wie so oft kommt es eben auf die konkreten Bedürfnisse deines Unternehmens an. Ob sich ein Fulfillment-Dienstleister lohnt, lässt sich nicht immer ohne Weiteres feststellen. Oft hilft es hier, externe Berater zurate zu ziehen.

Im Folgenden gebe ich dir einen Überblick über allgemeine Vor- und Nachteile. Anschließend erkläre ich dir, welche Fulfillment-Modelle es gibt.

Die Vorteile im Überblick

  1. Keine Lagerkosten: Ein Warenlager kostet. Gerade am Anfang, wenn du noch nicht weißt, in welche Richtung sich dein Unternehmen entwickelt, kannst du diese Kosten durch Fulfillment-Dienstleister deutlich reduzieren.
  2. Mehr Flexibilität: Externes Fulfillment ermöglicht dir ein Höchstmaß an Flexibilität. Vor allem kleine Händler können und wollen das Risiko, Lagerräume zu mieten, nicht tragen.
  3. Bessere Skalierbarkeit: Wenn dein Unternehmen wächst, wachsen die Dienstleister mit. Diese verfügen über entsprechend große Kapazitäten. Du musst dich damit auch nicht ständig nach größeren Lagern umsehen.
  4. Freie Ressourcen: Externes Fulfillment spart Ressourcen. Du kannst dich voll auf die Optimierung deines Verkaufsprozesses konzentrieren und damit die Grundlage für unternehmerischen Erfolg legen.
  5. Bessere Wettbewerbsfähigkeit: Je mehr du dich auf das eigentliche Kerngeschäft des Online-Handels, also Akquise und Kunden-Betreuung, fokussieren kannst, desto mehr profitiert dein Business. Dadurch können auch kleine Händler ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
  6. Mehr Nachhaltigkeit: Die Zentralisierung von Warenströmen bei großen Dienstleistern verringert die Umweltkosten des Online-Handels.

Die Nachteile des Fulfillment

  1. Kosten für Dienstleister: Dieser Nachteil ist im Fulfillment unvermeidlich. Die Kosten für den Dienstleister wirken sich natürlich auf deine Marge aus.
  2. Geringere Qualitätskontrolle: Immer wenn du Prozesse externalisierst, gibst du eine Kontrollmöglichkeit aus der Hand. Dieses Problem besteht vor allem bei kompletter Auslagerung deines Fulfillments oder beim Dropshipping.
  3. Weniger Transparenz: Während sich die Prozesse in deinem Unternehmen entwirren, sorgt Fulfillment auch dafür, dass der Informationsfluss eingeschränkt wird.
  4. Geringere Kundennähe: Lagerst du neben dem Fulfillment auch den Kunden-Service aus, läufst du Gefahr, die Verbindung zu deiner Kundschaft zu verlieren.
  5. Kaum Individualisierung: Beim Dienstleister werden die Produkte in Masse abgefertigt und versandt. Da bleibt kaum Platz für Individualität deiner Produkte. Und falls doch, kostet es.
  6. Größere Abhängigkeit: Klar, deine Möglichkeit, die Kundenwünsche zu erfüllen, steht und fällt mit den Abläufen des Dienstleisters. Kommt es hier zu Störungen, wirkt sich das auch auf dein Business aus.

Welche Arten von eCommerce-Fulfillment gibt es?

Nutze Automation im eCommerce FulfillmentDie Vor- und Nachteile variieren natürlich je nach Art des Fulfillment. Hier können wir fünf Modelle ausmachen, die sich in der Praxis bewährt haben. Dabei kann der Umfang je nach Dienstleister und eigenen Wünschen variieren.

Externe Dienstleister und Plattformen werden über Schnittstellen direkt mit deinem System verbunden. Wie weitreichend diese Integration ist, hängt davon ab, welche der folgenden Lösungen du anwendest. Denkbar sind Schnittstellen insbesondere mit deinem Shopsystem, deinem ERP-System oder deiner Warenwirtschaft.

Internes Fulfillment

Dieses Modell ist selbsterklärend. Hier laufen alle Logistik- und Abwicklungsprozesse intern ab. Diese Lösung bietet sich für vor allem für ganz kleine Nischen-Shops mit regionalem Bezug oder sehr große Online-Händler à la Amazon an.

Fulfillment über Versandpartner

Hier lagerst du deinen Versand- und Retouren-Prozess an einen Dienstleister aus. Dieses Modell ist der Standard im klassischen eCommerce. Viele große Online-Händler greifen darauf zurück.

Automatisierte Versandplattform

Mit dieser Lösung verbleibt der Großteil des Fulfillments in deinem Unternehmen. Allerdings werden die Abläufe mittels Automation klarer und schneller. Versandplattformen wie Sendcloud ermöglichen dir beispielsweise das schnelle Erstellen von Versandlabels und Zolldokumenten sowie die Integration zahlreicher Versandoptionen in deinen Shop. Sie erleichtern dir also die Arbeit, ohne sie dir ganz abzunehmen. Mehr zur Automation im eCommerce erfährst du in diesem Artikel.

Dropshipping

Beim Dropshipping (dt. Streckengeschäft) bietest du in deinem Shop waren an, die nicht in deinem Eigentum stehen. In dem Moment, in dem ein Kunde ein Produkt erwirbt, kaufst du das Produkt beim Lieferanten, der die Ware in der Regel direkt an den Kunden liefert. Die meisten Shopsysteme bzw. WWS bieten die Möglichkeit, Dropshipping anzubinden.

Externes Fulfillment

Deine Ware ist bei einem externen Dienstleister eingelagert. Das System des Dienstleisters ist über eine Schnittstelle an dein Shopsystem angebunden. Sobald ein Produkt bestellt wird, übernimmt der Dienstleister die Erfüllung des Vertrags. Die Reichweite der ausgelagerten Prozesse richtet sich nach deinen persönlichen Vorstellungen.

Finde den richtigen Fulfillment-Dienstleister

Nachdem ich dir gezeigt habe, was Fulfillment bedeutet und welche Arten es gibt, will ich dir noch ein paar Hinweise geben, wie du den richtigen e-Fulfillment-Dienstleister findest.

  • Schritt 1: Bedarf definieren: Der wichtigste Schritt ist zunächst, deinen Bedarf zu analysieren. Hier stellst du fest, wo dein Unternehmen steht, welche Probleme und Kosten vorliegen und wohin du dich entwickeln willst. Um hier nicht falsch abzubiegen, ist es oft hilfreich, sich externe Beratung zu holen.
  • Schritt 2: Budget festlegen: Du solltest dir vorab darüber Gedanken machen, welches Budget dir zur Verfügung steht. Das erleichtert dir die Entscheidung und verhindert, dass du falsche Akzente setzt.
  • Schritt 3: Dienstleister und Lösungen vergleichen: In diesem Schritt gilt es den Markt zu analysieren. Sammle Dienstleister, die in Frage kommen, und lass dir Angebote erstellen. Dieser Schritt ist besonders zeitaufwendig, aber unvermeidlich.
  • Schritt 4: Kompatibilität prüfen: Gleiche die IT-Lösungen deiner favorisierten Dienstleister mit deinem System ab. In der Regel bestehen hier keine Probleme mit der Integration. Dennoch solltest du diese Frage abklären.
  • Schritt 5: Dienstleister und Lösungen auswählen und implementieren: Abschließend geht es daran, die von dir gewählte Lösung schnell und reibungslos zu implementieren. Hier ist größte Sorgfalt gefragt, denn Störungen im Erfüllungsprozess schaden der Kundenzufriedenheit und damit deinem Geschäft.
  • Schritt 6: Funktionalität prüfen: Sofern die Implementation geklappt hat, solltest du in regelmäßigen Abständen die Prozesse prüfen und mit deinen Kunden in Austausch treten. So erkennst du Probleme frühzeitig.

Ich hoffe, dass dir dieser Beitrag weitergeholfen hat. Solltest du dennoch Fragen zum eCommerce-Fulfillment oder eCommerce allgemein haben, schreib uns gerne eine Mail oder ruf uns an.

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