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Magento vs. Shopware: Die Shopsysteme im Vergleich

Autor: Caro

Wer ein eCommerce starten will, steht immer vor der Frage: Welches Shopsystem soll ich verwenden? In diesem Artikel will ich Dir dabei helfen, eine Antwort zu finden. Deshalb vergleiche ich die Fakten zu Shopware 6 und Adobe Commerce (früher: Magento 2). Beide zählen zu den führenden Shopsystemen im deutschsprachigen Raum. Am Ende verrate ich Dir, warum wir bei ZweiPunkt auf Shopware setzen.

Die Konkurrenz sagt: Magento oder Shopware!

Magento oder Shopware - eine wichtige Entscheidung

Allein in Deutschland sollen mehr als 80 Shopsysteme verfügbar sein. Selbst Experten fällt es schwer, die Übersicht zu bewahren. Die Entwicklerszene boomt genauso wie der Online-Handel. Wenn Du hier bestehen willst, musst Du diese „Goldene Regel“ beachten:

Von der Konkurrenz lernen, heißt Siegen lernen!

Bei der Wahl des richtigen Shopsystems richten wir also zunächst den Blick auf die (erfolgreiche) Konkurrenz. Denn der Erfolg dieser Unternehmen kommt nicht von ungefähr. Und hier zeichnet sich für uns bereits ein deutliches Bild ab:

Die meisten Mitbewerber in Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen auf Adobe Commerce/Magento oder Shopware.

Laut einer Analyse hatten die beiden Anbieter 2021 in Deutschland einen gemeinsamen Marktanteil von rund 25 Prozent. Trotz der zunehmenden Zahl an Alternativen konnten die beiden Systeme ihre Vorrangstellung verteidigen und die Konkurrenz auf Abstand halten.

Du siehst also: Sowohl Adobe Commerce/Magento als auch Shopware liefern auf den Punkt, wenn Du es richtig anstellst. Wofür Du Dich entscheidest, ist letztlich auch eine Frage der persönlichen Vorlieben. Um Dir bei Deiner Entscheidung zu helfen, präsentiere ich Dir die wichtigsten Fakten. Zunächst will ich Dir aber unsere Kandidaten einzeln vorstellen.

Kandidat Nummer 1: Adobe Commerce/Magento

Magento 2 löste den Vorgänger Magento 1 im Jahr 2015 ab. 2018 übernahm der US-Softwareriese Adobe das Unternehmen und integrierte es in seine Experience Cloud. Der Name Magento wird mittlerweile nur noch für die kostenlose Open-Source-Lösung verwendet. Das kostenpflichtige Shopsystem heißt jetzt Adobe Commerce.

Adobe Commerce ist weltweit verbreitet und womöglich das bekannteste Shopsystem der Welt. In den USA führt es den Markt der Shopsysteme klar an. Weltweit sollen fast ein Drittel aller Shopsysteme mit Adobe Commerce arbeiten.

Das System ist nicht spezifisch auf die Bedürfnisse des deutschen oder europäischen Marktes ausgerichtet. Die Bedienung und der Support sind größtenteils englischsprachig. Dennoch kann es dank der Schnittstellen und mehr als 10.000 Plugins hierzulande eingesetzt werden, wie der Marktanteil und die Verbreitung in Deutschland beweisen.

Kandidat Nummer 2: Shopware

Knapp 100.000 Online-Händler in der DACH-Region vertrauen auf Shopware. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Shopware führend. Das Shopsystem wurde in Deutschland entwickelt. Der Sitz der Shopware AG ist in Schöppingen bei Münster. Natürlich orientiert sich Shopware in erster Linie an den deutschen und europäischen Standards. Auf dem US-Markt ist das System noch nicht wirklich relevant.

Allerdings soll sich das ändern: Im Februar 2022 stiegen der Finanzdienstleister PayPal und der Investor Carlyle mit 100 Millionen Dollar bei Shopware ein. Dieses Budget soll auch dazu eingesetzt werden, um die Vorrangstellung von Adobe Commerce in den Vereinigten Staaten anzugreifen.

2019 löste Shopware 6 die Vorgängerversion Shopware 5 ab. Die Unterschiede und Besonderheiten erkläre ich Dir in diesem Artikel.

Das Duell: Shopware vs. Adobe Commerce/Magento

Zur technischen Umsetzung der System: Beide Shopsysteme setzen auf PHP für die Business Logik, MySQL als Datenbank-Server und sie bieten Open Source-Optionen an. Die Unterschiede liegen hier im Detail. Diese Fragen haben für Dich als Anwender in der Regel keine Relevanz. Ich fokussiere deshalb nur die Anwendung der beiden Shopsysteme.

1. Voraussetzungen

Beide Shopsysteme haben keine besonderen Ansprüche an Dein System. Wenn Du es dennoch genauer wissen willst, wirst Du für Adobe Commerce/Magento an dieser Stelle (nur englischsprachig) und für Shopware 6 hier fündig.

2. Testversionen

Jetzt kommt es also darauf an, das richtige Shopsystem zu wählen. Dabei kommt es auch darauf an, welche persönlichen Vorlieben und Vorkenntnisse Du hast. Oft genügt schon ein erster Test, um festzustellen, ob Dir das System und seine Anwendung zusagen oder nicht. Wie sieht es also mit Testmöglichkeiten aus?

  • Adobe Commerce/Magento:

Adobe Commerce verfügt über keine kostenlose Testversion. Für Interessierte bietet Adobe eine geführte Demonstration mit Beratung an. Und wer mag, kann sich auch Magento Open Source herunterladen. Allerdings hast Du hier als Normalo nur eingeschränkte Möglichkeiten. Ich finde, dass diese Lösung nicht optimal ist, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

  • Shopware:

Im Gegensatz dazu bietet Shopware eine kostenlose Testversion an, die Du 30 Tage lang nutzen kannst. In dieser Zeit kannst Du auf eigene Faust die Funktionen von Shopware erkunden. Das ist vor allem dann interessant, wenn Du den Shop alleine aufbauen oder ihn später selbst pflegen willst.

3. Anwendung

Nun kommen wir zur Anwendung und damit zur Umsetzung eines Online-Shops. Mit ein bisschen Übung ist es eigentlich gar nicht so schwer, einen funktionierenden Online-Shop zu erstellen. Kompliziert wird es aber, wenn Du einen erfolgreichen Online-Shop erstellen willst. Denn der Erfolg eines Online-Shops hängt von vielen Faktoren (wie der SEO-Optimierung, der Ladegeschwindigkeit oder responsivem Design) ab.

Gemeinsam ist den beiden Shopsystemen ihre Leistungsfähigkeit und ihre Skalierbarkeit. Wenn Dein eCommerce wächst, wachsen die Shopsysteme also mit Dir mit. Dazu haben sie zahlreiche Schnittstellenund lassen sich deshalb gut in vorhandene Systeme integrieren. Tausende Plugins erhöhen die Flexibilität und Individualität beider Produkte. In dieser Hinsicht schenken sich beide Systeme nichts. Außerdem kannst Du mit beiden Systemen sowohl B2B- als auch B2C-Shops erstellen.

Übrigens: Wie Du mit Shopware einen B2B-Shop erstellst, zeige ich Dir hier.

Dass sowohl Adobe Commerce/Magento als auch Shopware Top-Leistungen abliefern können, zeigt ihre Vorrangstellung auf dem Markt. Diese hätten sie wohl kaum erreicht, wenn die Systeme nicht absolute Spitze wären. Dennoch wollen wir prüfen, welche nennenswerten Unterschiede es in der Anwendung gibt.

  • Adobe Commerce/Magento:

Die starke Fokussierung der globalen Märkte schlägt sich in der Anwendung von Adobe Commerce nieder. Deswegen müssen sich auch deutschsprachige Anwender mit englischsprachigem Backend und Support abfinden. Andererseits erleichtern Dir diese Umstände sowie die weltweite Verbreitung des Systems, andere Märkte für Deine Produkte zu erschließen.

Hierfür stehen Standard-Textübersetzungen, Währungen, Zeitzonen, Zahlungsdienstleister und vieles mehr zur Verfügung. Dennoch gilt bei Adobe der US-First-Ansatz, sodass europäische Anwender häufig eine Setup-Anpassung an hiesige Gegebenheiten vornehmen müssen. Hier sind Adobe-Commerce-Experten gefragt.

In der Praxis vertreten viele Anwender die Meinung, dass Adobe Commerce bei der Einrichtung und Pflege verhältnismäßig komplex ist. Es dauert etwas, bis man sich in dem Menü von Adobe Commerce zurechtfindet. Ich habe den Eindruck, dass dies vor allem der internationalen Ausrichtung des Systems geschuldet ist. Es ist absolut hilfreich, wenn Du bereits Erfahrung mit anderen Shopsystemen hast.

Eine besondere Herausforderung war bislang die Anpassung des Frontend-Themes. Adobe Commerce verfügt mit dem Page Builder nun aber auch über ein eigenes Content-Management-System. Hier kannst Du Änderungen an Deinem Theme-Design einfach per Drag & Drop vornehmen.

Eine Besonderheit ist, dass Adobe Commerce in die Adobe Experience Cloud integriert ist. Diese umfasst zum Beispiel ein CMS oder ein DAM und kann mit der Adobe Creative Cloud verbunden werden. Auch im Bereich Headless Commerce hat Adobe nachgebessert und bietet nun mit Studio PWA ein hauseigenes entkoppeltes Frontend an, das auf die Erstellung von sogenannten Progressive Web Apps (PWA) fokussiert ist. PWA sind eine Mischung aus herkömmlichen Apps und Webseiten.

Tipp: Um auch ohne Testversion einen ersten Eindruck von Adobe Commerce/Magento zu bekommen, empfehle ich Dir, Dich bei YouTube umzusehen. Dort findest Du einige Tutorials, die Dir die Funktionen von Adobe Commerce näherbringen.

  • Shopware:

Der Schwerpunkt von Shopware liegt in der DACH-Region. Deswegen ist das Shopsystem nicht nur auf den europäischen Markt abgestimmt, sondern verfügt auch über einen sehr guten Support auf Deutsch. Der Internationalisierung deines eCommerce steht das System dabei nicht im Weg: Problemlos kannst Du zum Beispiel Textbausteine in verschiedenen (europäischen) Sprachen, andere Währungen oder Steuersätze integrieren, ändern oder neu anlegen.

Mangels Experience Cloud verfolgt Shopware einen API-First-Ansatz. Das heißt, dass das Shopsystem darauf ausgelegt ist, mit anderen Systemen zu interagieren und diese zu integrieren. Mit Shopware 6 wurde auch der Headless Commerce stärker fokussiert.

Diese Trennung von Backend und Frontend, die nun über eine API-Schnittstelle verbunden sind, ermöglicht maximale Flexibilität. Dadurch tritt Dein Shopsystem neben Dein CMS, Dein ERP oder WWS und interagiert mit diesen via API. Änderungen kannst Du jetzt problemlos vornehmen, ohne dass Du Deine gesamte Architektur umwerfen musst. Neue Verkaufskanäle oder Zahlungsdienstleister kannst Du ohne Umstände integrieren.

Gemeinsam mit Vue Storefront hat Shopware auch eine eigene PWA-Lösung geschaffen: Shopware PWA.

Die Administration Deines Shopware Shops ist weitestgehend selbsterklärend. Wie in jedem anderen Shopsystem kannst Du hier Kataloge, Kategorien, Produkte und dynamische Produktgruppen anlegen oder Bestellungen und Kundendaten verwalten.

Bekannt ist Shopware für seine Erlebniswelten. Hier kannst Du mit wenigen Mausklicks das Layout Deiner Seite anpassen oder neue Seiten erstellen. Innerhalb kürzester Zeit erstellst Du per Drag & Drop einen ganzen Online-Shop nach Deinen Vorstellungen.

Mit dem Rule Builder kannst Du Regeln erstellen, die automatisiert in Deinen Shop eingebunden werden. Du kannst zum Beispiel die Regel aufstellen, dass Deine Neukunden, die den Newsletter abonniert haben, versandkostenfrei bestellen können, wenn sie mehr als 30 Euro Bestellwert im Warenkorb haben. Hier sind Deiner Fantasie (fast) keine Grenzen gesetzt.

Automatisierte Prozesse wiederum erschaffst Du mit dem Flow Builder. Dafür wählst Du zunächst einen Trigger aus. Anschließend kannst Du weitere Bedingungen formulieren oder direkt eine Aktion bestimmen, die erfolgen soll, wenn der Trigger ausgelöst wird. Vorkenntnisse oder Programmierkünste sind hierfür nicht erforderlich.

Die Anwendung von Shopware ist unkompliziert. Mit ein wenig Übung können auch Anfänger passable Shops kreieren. Und wenn sich doch Fragen ergeben, hilft der Support weiter.

Tipp: Mach Dir selbst ein Bild und nutze die kostenlose 30-tägige Testversion. Dann kannst Du das System prüfen und gucken, ob es Deinen Vorstellungen entspricht. Bei Problemen helfen Dir sowohl der Support als auch YouTube schnell weiter. Und: Falls Du konkrete Fragen zu Shopware hast, kannst Du Dich natürlich auch auf unserem Blog umsehen oder uns per Telefon oder Mail kontaktieren.

4. Preis

Klar, Qualität hat ihren Preis. Und das gilt natürlich auch im eCommerce. Der gravierendste Unterschied, der sofort ins Auge fällt, ist, dass Adobe auf seiner Seite keine Preise ausweist. Stattdessen verweisen sie auf eine individuelle Kontaktaufnahme. Grund hierfür ist, dass sich der Preis individuell nach Umsatz oder Unternehmensgröße zusammensetzt. Je nach Quelle variieren die Einstiegspreise zwischen 15.000 und 23.000 Euro jährlich. Auch wenn diese Angaben mit Vorsicht zu genießen sind, können wir sie als Richtwert gelten lassen.

Bei Shopware setzt man dagegen auf Transparenz. Die Internetseite führt die Mindest-Preise der unterschiedlichen Versionen auf. Die Professional-Edition beginnt bei 199 Euro pro Monat, die Enterprise-Edition kostet 2.495 Euro pro Monat aufwärts. Auch hier kommt es jedoch auf Faktoren wie Größe oder Umsatz an. Näheres musst Du entweder mit dem Shopware-Vertrieb oder der Shopware-Agentur Deines Vertrauens klären.

Außerdem solltest Du Dir bewusst werden, dass beim Start eines eCommerce zu den Lizenzgebühren weitere Kosten, zum Beispiel für Dienstleister, hinzukommen.

Magento vs. Shopware: Mein Fazit

Wie gesagt: Beide Shopsysteme bieten Dir alles, was Du für ein erfolgreiches eCommerce brauchst. Es gibt gute Gründe, sich für Adobe Commerce zu entscheiden. Gerade die internationale Ausrichtung, die globale Verbreitung und die Vielzahl an Plugins sprechen für das Adobe-System. Außerdem hat Adobe an vielen Punkten nachgebessert und bietet jetzt ein deutlich verbessertes Handling.

Aber trotz dieser Modifikationen spürt jeder, der sich mit Adobe Commerce auseinandersetzt, dass sich das Shopsystem weiterhin nicht primär am deutschsprachigen und europäischen Markt orientiert. Diese Distanz wird in der Anwendung sehr deutlich und schlägt sich in der erhöhten Komplexität nieder.

Auf der anderen Seite steht mit Shopware ein ernstzunehmender Konkurrent, der bereits auf dem europäischen Markt reüssiert und nun auch den US-Markt erobern will. Shopware ist auf die Bedürfnisse europäischer Online-Händler zugeschnitten und überzeugt durch eine einfache und leistungsfähige Anwendbarkeit.

Wie ich oben bereits erwähnt habe, hat Shopware in Sachen Internationalität ordentlich nachgearbeitet. Shopware steht der Skalierung und Internationalisierung Deines eCommerce also in keiner Weise entgegen.

Aus eigener Erfahrung kenne ich die Leistungsfähigkeit von Shopware. Ich habe die Vorzüge des Systems – sowohl von Shopware 5 als auch Shopware 6 – sehr zu schätzen gelernt. Und gemeinsam mit meinen Kollegen betreuen wir zahlreiche erfolgreiche eCommerce-Projekte und Online-Shops, die allesamt mit Shopware funktionieren.

Für mich ist Shopware damit der eindeutige „Gewinner“ des Vergleichs. Übrigens: Wenn Du bereits einen Online Shop betreibst und zu Shopware wechseln willst, dann hilft Dir dieser Beitrag zur Daten-Migration zu Shopware.

Worauf Du bei Deinem eCommerce-Projekt achten solltest

Mit Shopware Erfolg im eCommerceUm in den Online-Handel einzusteigen, musst Du jedoch nicht nur das richtige Shopsystem wählen, sondern auch klare Prioritäten setzen. Andernfalls läufst Du Gefahr, dass Du Dich verzettelst und damit das ganze Projekt gefährdest!

Deswegen solltest Du Dich fragen, ob Du selbst über ausreichend Expertise verfügst, um einen erfolgreichen Online Shop zu erstellen. Falls nicht: Suche Dir kompetente Partner, die bereits Erfahrung im Online-Handel haben. In diesem Beitrag erkläre ich Dir im Detail, worauf es bei der Erstellung eines Shopware Online Shops ankommt und welche Fragen Du vorab klären solltest.

Als Full-Service Shopware Agentur betreuen wir seit 2008 Kunden im eCommerce. Außerdem haben wir selbst langjährige Erfahrung mit erfolgreichem Online-Handel und hohe Kompetenz in Sachen Shopware. Wenn Du auf der Suche nach einem zuverlässigen Partner bist, der Dir auf Augenhöhe begegnet und individuelle Lösungen liefert, dann bist Du bei uns an der richtigen Adresse. Du kannst uns gerne jederzeit telefonisch oder per Mail kontaktieren.

Du hast weitere Fragen? Kontaktiere unseren Experten!


Caro

Als Projektmanagerin und Shopware Expertin bringt Caro jahrelange Erfahrung in den Bereichen der Projektplanung- und Steuerung sowie der Online Shop Entwicklung mit Shopware ein. Du hast Fragen zum Beitrag oder zu anderen Themen die das Projektmanagement oder Shopware generell betreffen? Dann kontaktiere Caro



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